
- Waz 31. Mai 2007

- Ruhrnachrichten 1. Juni 2007
"Rot-Grün" ist Dannert ein Dorn im Auge
Witten - Bis Donnerstag will Helmut Dannert (Foto) sich selbst noch Zeit zum Nachdenken geben, gleichzeitig aber schon an seiner schriftlichen Begründung für seinen Austritt aus der Ratsfraktion der Grünen arbeiten. "Die Farce" um die Neugründung des Verkehrsausschusses am Montag im Rat gebe ihm den letzten Anstoß dazu, erklärte Dannert gestern gegenüber den RN. Er hält einen weiteren Ausschuss für absolut überflüssig. Der Koalitionspartner SPD hat für den neuen Ausschuss gestimmt. Für Dannert, der in seiner Fraktion schon seit geraumer Zeit für eine Aufgabe der rot-grünen Koalition im Wittener Rat plädiert, war dies der Tupfen auf dem I."Wir gehen nicht im Streit auseinander", betont die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Birgit Legel-Wood - (Foto). Wie Dannert und auch die übrigen Grünen im Rat hat sie am Montag gegen den neuen Ausschuss gestimmt. "Wir und die SPD sind nicht immer einer Meinung. Wir stimmen nicht immer gleich ab. Aber in einer Koalition muss man sich zusa!
mmenraufen. Und die unterschiedlichen Auffassungen zum Verkehrsausschuss sind sicher kein Grund die Koalition zu beenden", unterstreicht Birgit Legel-Wood.Zweimal, so berichtet sie weiter, habe Helmut Dannert in der Fraktion bereits die Aufgabe der Koalition beantragt, zuletzt Mitte August, und zweimal habe er eindeutig keine Mehrheit bekommen. Sie sehe jedoch keine Hindernisse für eine weitere Zusammenarbeit mit Dannert, der auch außerhalb der Grünen-Fraktion im Rat bleiben will: "Helmut Dannert ist und bleibt ein Grüner."Was den neuen Verkehrsausschuss betrifft, so betont Birgit Legel- Wood, halte sie diesen ebenfalls für überflüssig: "Ich muss mich nicht in einem speziellen Ausschuss über die Breite von Zebrastreifen unterhalten. Das hätte auch im Ausschuss für Umweltschutz und Stadtentwicklung bleiben können. Ein neuer Ausschuss kostet unnütz Zeit und Geld." - ice
29. August 2006 | Ruhr Nachrichten Witten
Fast wie damals...
Innenstadt - So muss es in den Siebziger gewesen sein, als Wittens Folkszene um Hildegard Doebner erblühte: Feiernde Fans, leidenschaftliche Musiker, ein Hauch holländischer Kräuterzigaretten in der Luft. Genau das bot am Wochenende das Wittener Folk-Festival.
Schon dabei war damals Liedermacher Stefan Stoppok - dessen Auftritt am Freitag Höhepunkt der Bardentreffens im Bahnhofsquartier war.
Mit Erinnerungen an Hildegard Doebener und die Parties in der Steinstraße unterhielt der 50 Lenze zählende Barde seine Zuhörer, bevor er mit seinem selbstironischen "Zwischen Twentours und Seniorenpass" in seinen Soloauftritt einstieg. Mit einer bunten Auswahl aus seinem Schaffen, exquisiter Gitarrenarbeit und seinem typisch nölenden Gesang fesselte Stoppok die Zuhörer. Dem Anlass angemessen, beschränkte er sich aber nicht auf seine bekanntesten Titel wie "Aus dem Beton" oder "Wetterprohet". Er kramte in seiner musikalischen Vergangenheit und holte etwa Bernie Conrads "Dein Land ist das Rheinland" heraus. Die langjährigen Weggefährten hatten sich in Witten kennen gelernt. Selbst seinen ersten Song "Gelbes Pferd und grüner Bär" gab Stoppok zum Besten. "Die Nummer habe ich 1977 bei einem Festival hier gesungen. Das Publikum war total abgenervt", erzählte er. Davon konnte diesmal keine Rede sein. Das Auditorium feierte das Lied trotz eines Texthängers.
Aufgewärmt hatten sich die Fans aus dem ganzen Revier vorher mit Auftritten von "Le Clou"und einem solistischen Kurz-Spiel von Akkordeon-Virtuosin Lydie Auvray - (2. Foto). Auch sie erinnerte mit Titeln wie "Hier hasse, Hilde" an die im Jahr 2000 verstorbene Doebner.
Am Samstag gab es dann Musik der neusten Folk-Generation. Unter anderem "Fiddlers Green" ernteten Beifall.
In der Bewertung waren sich am Freitagabend die Besuchergenerationen einig: "Super, macht einfach Spaß, auch wenn ich die alten Geschichten über Hildegard nur von meinem Vater kenne", meinte die 17-jährige Besucherin Laura Weigend. Fan Wolfgang Sänge war dagegen noch selbst dabei: "Es war einfach schön. Aber das ist es heute auch. Es gibt nix schlimmeres, als nur Weißt Du noch, früher zu sagen..." - nhs
07.08.2006 Quelle: www.westline.de
"Hildegard hört auf der Wolke zu"
Witten - Am Wochenende ging das erste Folk Festival seit dem Tod von Folk-Mutter Hildegard Doebner über die Open Air Bühne am Bahnhof. Niels Holger Schmidt zog mit Lilo Dannert vom Verein Wittenfolk Bilanz.
Mit dem Festival knüpfen Sie an die Tradition des ersten Folk Clubs um Hildegard Doebner an. Ist das Festival ihrem Erbe gerecht geworden?
Auf jeden Fall. Es ist fantastisch gelaufen. War waren an beiden Tagen ausverkauft. Das waren insgesamt 1800 Besucher. Man hatte das Gefühl, Hildegard hörte auf der Wolke zu und schob noch die Regenwolken zu Seite, gerade am ersten Abend.
Neben Alt-Folkies sind auch viele junge Leute gekommen. Ist Folk wieder "in"?
Ja sicher. Das hat man besonders bei Stoppok, aber auch am zweiten Tag gemerkt, als "Fiddlers Green" unser Hauptact waren. Besonders am Samstag war das Publikum sehr jung. Am ersten Abend haben wir viele alte Freunde vom Hildergard getroffen, aber es waren auch junge Leute da.
Gibt es Perspektiven für eine Fortsetzung 2007?
Nachdem es so super gelaufen ist, kann man davon ausgehen. Wir planen schon.
07.08.2006 Quelle: www.westline.de
Eine umjubelte Verbeugung
Eine Kür für die Ohren: Das erste Wittener Folk-Festival entpuppte sich als großartiges Event zwischen Hauptbahnhof und Bellerslohstraße.
Stefan Stoppok lockte, Lydie Auvray verzauberte die Massen. Veranstalter: "Das hätten wir nie zu träumen gewagt"
"Das ist Musik, die auch Hilde sehr geliebt hat", sagte die Französin Lydie Auvray und spielte ihr Akkordeon auf eine Weise, dass es einer Kur für die Ohren glich: wunderbar. Das Hildegard-Doebner-Gedächtnis-Festival im Bahnhofsquartier am Freitag und Samstag war ein Riesenerfolg. Auch weil "Zugpferd" Stefan Stoppok die Massen lockte.
"Wie lebt es sich denn in Witten", fragte er das Publikum und erinnerte sich selbst: An die alten Tage, als er zu Gast in Witten war, lang ist´s her. Damals gab er die Premiere seines ersten Liedes, glaubte er sich zu erinnern: "Gelbes Pferd, grüner Bär." Der Text, das zeigte die Zugabe, war seitdem ziemlich vergessen.
50 Jahre alt ist Stoppok mittlerweile. Er kokettierte mit seinem Alter, befürchtete nichts mehr als Haarausfall und lieferte väterliche Scherze über Kinder. Er besang humorvoll die "harte Zeit zwischen twen tours und Seniorenpass". Sein Spruch: "Früher war Scheiße, heute ist gut. Aber heute ist gut, dass es ein Früher gab." Herrlich melancholisch, ironisch, zum genauen Zuhören, zum leisen Mitsingen stand er mit seinem Soloprogramm samt Gitarre auf der Bühne.
"Körper, Musik, alles", mag Claudia Esse an Stefan Stoppok. Und reiste extra wegen ihm von Kasseedorf bei Kiel nach Witten an. Ist sie auch textsicher? "Nicht ganz, man wird vergesslich", scherzte die Norddeutsche und hatte Spaß.
"Wir haben das erhofft, aber nicht zu träumen gewagt", jubelte Lieselotte Dannert über das ausverkaufte Fest. Sie war eine von sieben Organisatoren, die das Festival innerhalb eines Jahres auf die Bühne gestellt hatte. "Ich finde das gigantisch", lobte Mitorganisatorin Gisela Ocken das Ergebnis, nicht zu Unrecht. Denn so einen Andrang hatte die Fläche zwischen Hauptbahnhof und Bellerslohstraße noch nicht gesehen. Die Nachbarn schauten neugierig, die Kurzentschlossenen enttäuscht: Nur 800 Leute durften hineingelassen werden. Das sorgte für lange Gesichter, war doch der Platz nicht proppenvoll.
Lilo Dannert erinnerte an die alte Zeit des Folks in Witten, an die "alten Folkies" , wie Stoppok sie nannte. Viele alte Freunde seien gekommen, so Dannert, ebenso viel junges Publikum. Hildegard Doebner hätte ihre Freude habt, waren sich die Organisatoren einig. Sie war in Witten einst Unterstützerin der Folkmusik. Als sie im Januar 2000 71-jährig starb, verebbte die Wittener Szene. Akkordeon-Ass Lydie Auvray holte zum Ende ihres Auftritts Stefan Stoppok auf die Bühne für ein Lied, das extra für Doebner geschrieben wurde: "Da haste, Hilde!" Eine umjubelte Verbeugung vor der großen alten Dame des Wittener Folk.
06.08.2006 Quelle: www.waz.de
Zeichen setzen gegen Rechts
Witten - Mit der Zielvorgabe "Wir gründen ein breites Bündnis gegen Rechts" gab Gastgeber Pfarrer Claus Humbert von der evangelischen Friedenskirche am Dienstagabend im Gemeindesaal an der Ardeystraße die Position der 54 anwesenden Personen wieder.
Sie demonstrierten eine starke Geschlossenheit quer durch alle Institutionen und Verbände: "Das ist eine gute Initiative, gerade vor der Weltmeisterschaft", "Zeigen, dass die Meinung der Rechten nicht die Meinung in dieser Stadt ist".
Eingeladen zu dieser ersten Zusammenkunft hatten Pastor Humbert sowie die Ratsfrauen Gisela Ocken (SPD) und Birgit Legel-Wood (Bündnis 90/Die Grünen).
"Von der positiven Resonanz sind wir überrascht", sagten die drei, die sich bei einem Treffen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft zur Gründung eines solchen Paktes entschlossen hatten.
Am 7. August soll dieser im Seminarzentrum der Volkshochschule an der Annenstraße formal geschlossen werden. Mit dabei sein sollen nach den Sommerferien dann auch die Vereine und Verbände, welche die in der Ruhrstadt lebenden Migranten vertreten. So wird das neue Bündnis auch beim multikulturellen "Fest 113" am 9. und 10. September in der WerkStadt erstmals auftreten. So soll den Ausländern in Witten das Gefühl gegeben werden "Zuhause unter Freunden" zu sein, wie Legel-Wood das WM-Motto abwandelt.
Über die Ferienzeit hinweg wollen die Bündnispartner nun Informationsmaterial über die rechten Gruppen, ihre Entstehung und ihr Vorgehen sammeln. Zudem will es eine Grußbotschaft an die Organisatoren der Gegendemonstration am Samstag beim NPD-Aufmarsch in Gelsenkirchen richten und alle Menschen auffordern, übermorgen am besagten WM-Spielort vor Ort mit dabei zu sein.
Beim "Bündnis gegen Rechts" dabei sind neben dem SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Stotko und VHS-Chef Thomas Eberwien, die Dienstag schon die ersten Verbal-Pässe schlugen, u.a. auch Bürgermeisterin Sonja Leidemann, die Bundestagsabgeordneten Christel Hummel (SPD) und Irmingard Schewe-Gerigk (B´90/Grüne) sowie Ingo Neserke, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten.
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7.06.06 Quelle: www.westline.de
"Demokratische Front" gegen Rattenfänger
Bündnis will Rechtextremismus das Wasser abgraben und Zeichen für Toleranz setzen
Das Initiativbündnis gegen Rechtsradikalismus geht an den Start. Eine unerwartet hohe Zahl von 50 Teilnehmern sorgte am Dienstagabend im Gemeindesaal der Friedenskirche für Hochstimmung bei den drei Initiatoren. Gisela Ocken (SPD), Birgit Legel-Wood (Grüne) und Claus Humbert (SPD) deuteten die Zahl als klares Zeichen für eine breite Bewegung gegen eine rechtsextreme Szene in Witten. Nach den Sommerferien soll sich das Bündnis gründen.
Bis dahin gibt es noch Informationsbedarf. Ob und wie viel Gewalt es zum Beispiel gegen Ausländer oder längst eingebürgerte Zuwanderer in Witten gibt, war auch den Initiatoren noch nicht bekannt. "Es geht darum, genau das aufzudecken", so Ocken, Vize- Fraktionschefin der SPD im Stadtrat. Fest steht, dass es von Rechtsradikalen in Witten Gewaltakte gegen Jugendliche gegeben hat, die sich den Neonazis in den Weg stellen. "Es gibt diese Übergriffe, und das darf nicht sein", konstatiert Birgit Legel-Wood, Fraktionschefin der Grünen.
Diese Jugendlichen fühlen sich bislang allein gelassen. Sie baten jüngst die Wittener Politiker um Hilfe. Aus Angst vor nachteiligen Folgen gaben sie in der Diskussionsrunde nicht einmal ihre Namen preis.
Die Wortbeiträge darin fielen durchaus gegensätzlich aus. Man solle die Rechten nicht so hochspielen, verlangte ein Teilnehmer. Andere konterten, jahrzehntelang habe man vergeblich versucht sie zu ignorieren. Jetzt sei die rechte Szene derart gewachsen, "dass wir uns wehren müssen". Als Beleg wurde auch die Zahl der NPD-Wähler bei der Kommunalwahl 2004 angeführt: In Witten waren es 921.
Die große Mehrheit der Teilnehmer stimmte zu. Man solle eine "demokratische Front gegen diese Leute" schmieden, wurde gesagt. Man solle "die wahren Kräfteverhältnisse in Witten" den "Rattenfängern der rechten Szene" entgegensetzen, so eine Forderung. Was genau zu tun ist, wenn rechtes Gedankengut in Schulklasse oder Sportverein schwappt, soll das Bündnis erarbeiten.
Vertreter des inzwischen geschlossenen Jugendtreffs "Trotz allem" forderten, den Anwerbeversuchen der NPD auf Schulhöfen mit antifaschistischen Jugendangeboten zu begegnen. Landtagsabgeordneter Thomas Stotko (SPD) schlug vor, es sei "pädagogische Arbeit zu leisten - vielleicht Erlebnisarbeit mit Zeitzeugen". Volkshochschul-Direktor Thomas Eberwien, riet, andere Wittener Initiativen sowie Migrantenverbände in das Bündnis einzubeziehen. "Eine solche Initiative lebt nur mit ganz vielen Menschen."
Das bisher namenlose Bündnis, das sich laut Pfarrer Humbert noch vor der WM gegen "Intoleranz und Fremdenhass" stellen soll, "weil unter Freunden dafür kein Platz ist", ruft bereits vor seiner Gründung die Wittener auf: Die Unterstützung der Gegendemonstration zum geplanten NPD-Aufmarsch am Samstag in Gelsenkirchen soll das erste Zeichen der Initiative sein.
07.06.2006 Quelle: www.waz.de
03.08.2005: Grüne spenden für Tierheim-Ausbildung

- Tierheim Witten, Wetter und
Herdecke e.V
Die grüne Bundestagsabgeordnete und Direktkandidatin im Wahlkreis 140, Irmingard Schewe-Gerigk, wird "Ausbildungsmitglied" beim Tierheim Witten, Wetter und Herdecke e.V.. Im Rahmen der Aktion "Ausbildungsmitgliedschaft" übernimmt sie mit den grünen Ortsverbänden Witten, Wetter und Herdecke fünf Patenschaftsanteile für einen neuen Ausbildungsplatz. Insgesamt spenden die Grünen 375 Euro in den kommenden drei Jahren. Gestern überreichte Irmingard Schewe-Gerigk dem Tierheim die Beitrittserklärungen.
"Wir begrüßen die Aktion des Tierheims für einen weiteren Ausbildungsplatz sehr und unterstützen sie deshalb", so Janosch Dahmen, der gemeinsam mit Irmingard Schewe-Gerigk Sprecher des grünen Kreisverbands ist. Gerade in der angespannten Situation auf dem Ausbildungsmarkt komme es auf Kreativität und Engagement bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen an. Forderungen wie die des DIHK-Präsidenten Braun, die Lehrlingslöhne bundesweit auf 270 Euro zu kürzen, seien der falsche Weg. "Das Tierheim zeigt, dass es auch mit knappen finanziellen Mitteln möglich ist, Jugendlichen eine Lehrstelle anzubieten".
11.07.2005: Wittener beim Bundesparteitag der Grüne

- Janosch Dahmen im Gespräch
mit Peter Gerigk bei der
Bundesdeligierten Konferenz
in Berlin
„Ein wirklich gutes Programm – das bisher beste auf Bundesebene“ ziehen Janosch Dahmen und Jan Richter ihr Fazit des Parteitags im Berliner Velodrom. Die beiden Wittener Grünen waren als Delegierte des EN-Kreises zur Bundesdelegiertenkonferenz (BDK) gereist, auf der das Programm für mögliche Neuwahlen im September beschlossen wurde.
In Berlin gab es zwar intensiv geführte Diskussionen, etwa zu den Themen Doppelspitze und Steuern. Im Grundsatz herrschte aber Einigkeit: Joschka Fischer ist Spitzenkandidat, der Themenkomplex Wirtschaft / Arbeit / Soziales rückt klar in den Vordergrund. „Zu lange haben wir zugelassen, dass die Menschen glauben: Wirtschaft können die Grünen nicht so richtig“ stellt Jan Richter kritisch fest. „Auf dem Parteitag wurde das Gegenteil bewiesen: Die Kernkompetenzen des Standorts Deutschland wurden mit globalen Marktentwicklungen und grünen ökologischen und sozialen Zielen verbunden. Das ist intelligente und zukunftsfähige Wirtschaftspolitik“. Denn egal, was man auch unternehme: Einen reinen Preiswettbewerb mit Billiglohnländern werde man eh verlieren. Innovative, marktgängige Spitzentechnologien in verschiedenen Branchen und die Entwicklung des Dienstleistungssektors stehen daher im Mittelpunkt der grünen Strategien. Der CDU-These, Deutschland wäre in der Globalisierung nicht wettbewerbsfähig, wurde klar entgegengehalten: Warum sind wir dann Exportweltmeister?
Trotzdem wollen die Grünen auch eine Senkung der Lohnnebenkosten erreichen, dies aber vor allem über Subventionsabbau und Bürgerversicherung. Eine Mehrwertsteuererhöhung wurde deutlich abgelehnt. Diese benachteilige vor allem Rentner, Studenten, Beamte und Arbeitslose, führe zu mehr Schwarzarbeit, fördere Konsumverzicht und würde vor allem in Kleinbetrieben nicht zu Neueinstellungen führen.
Keinesfalls zu kurz kamen auch die anderen Themenbereiche wie Bildung, Umwelt, Bürgerrechte und Außenpolitik. Expertinnen und Experten aus Fraktion und Partei verwiesen auf beträchtliche Erfolge, räumten aber auch Fehler ein. Durch die Einarbeitung vieler der 800 Änderungsanträge zum Programmvorschlag des Bundesvorstands entstand ein breit unterstützter, konkreter Entwurf für ein modernes, solidarisches und ökologisches Deutschland.
Im imposanten Berliner Velodrom war harte Arbeit angesagt: Von 11 bis 23 Uhr am Samstag und bis zum späten Nachmittag des Folgetages wurden die einzelnen Programmelemente abgearbeitet. Eine Erkenntnis nahmen alle mit: Die Lust am Streiten haben die Grünen nicht verlernt. Sie nutzen sie allerdings viel produktiver, als internen Wettstreit um die besten Ideen.








